Um uns wieder auf etwas andere Gedanken zu bringen und die kommenden Urlaubstage einzuläuten, begaben wir uns heute auf eine kleine Tour durch Rhön-Grabfeld und die Haßberge. In relativ hoher Dichte finden sich hier in fast jedem Örtchen kleinere Schlösser und Burgen/Ruinen.
Zunächst gings erstmal über Bad Königshofen nach Sternberg. Kein Schloss im Grabfeld umgibt eine so geheimnisvolle Aura wie das in
Sternberg. Das mag zum einen an der versteckten Lage hinter hohen Mauern
liegen, zum anderen an der Tatsache, dass man meist nur aus der Ferne
einen Blick auf die Spitzen der vier mächtigen Türme mit den
Zwiebelhauben des Schlosses erhaschen kann. 1667 wurde auf den
Grundmauern einer vorher dort befindlichen Burg ein prächtiges Barockschloss nach dem Geschmack der Zeit
errichtet. Die vier in verschiedene Himmelsrichtungen weisenden Türme
erinnern an die vier Jahreszeiten, zwölf Kamine symbolisieren die
Monate, 52 Türen die Wochen und 365 Fenster die Tage des Jahres.
Das im nahen Bundorf stehende Schloss besteht aus dem Nordbau, der um 1700 hundert im barocken Baustil entstand und dem Südflügel mit drei Stockwerken. Der Besitzer, Truchsess von Wetzhausen, ließ die
Anlage, die ursprünglich als Wasserschloss gedacht war, 1565 nach dem
Bürgerkrieg wieder errichten. Seit 700 Jahren nutzt die Adelsfamilie von Wetzhausen das Schloss als Wohnsitz und der
„Herr Baron“, wie er in Bundorf genannt wird, „möchte diese Tradition
fortsetzen“.
Die Burgruine in Dippach umfasst die noch recht gut erhaltene Außenmauer
einer kleinen spätmittelalterlichen Dienstmannenburg. In einer solchen
Burg lebte kein Adeliger oder selbstständiger Ritter, sondern ein
Verwalter des jeweiligen Herrn, ein Dienstmann. Fast alle anderen
ähnlich wehrhaften festen Häuser der Gegend wurden im Laufe der
Jahrhunderte zu Wasserschlössern ausgebaut oder abgetragen. Nur in
Dippach bekommt man noch einen Eindruck von dieser Vorform vieler
Schlösser.
Das Schloss Birkenfeld liegt etwa zwei Kilometer westlich des Marktes Maroldsweisach im Landkreis Haßberge.
Die große Gutsanlage gilt als eine der bedeutendsten Schlossanlagen des
18. Jahrhunderts in Unterfranken. Eine Besonderheit stellt die
Konzeption als ländliche Villa dar, welche vom Hauptwohngebäude bis zum Landwirtschaftshof in den Jahren 1738 - 1752 einheitlich geplant und umgesetzt wurde.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen