Sonntag, 13. Mai 2012

.: lovely hate-mountains :.

Um uns wieder auf etwas andere Gedanken zu bringen und die kommenden Urlaubstage einzuläuten, begaben wir uns heute auf eine kleine Tour durch Rhön-Grabfeld und die Haßberge. In relativ hoher Dichte finden sich hier in fast jedem Örtchen kleinere Schlösser und Burgen/Ruinen. Zunächst gings erstmal über Bad Königshofen nach Sternberg. Kein Schloss im Grabfeld umgibt eine so geheimnisvolle Aura wie das in Sternberg. Das mag zum einen an der versteckten Lage hinter hohen Mauern liegen, zum anderen an der Tatsache, dass man meist nur aus der Ferne einen Blick auf die Spitzen der vier mächtigen Türme mit den Zwiebelhauben des Schlosses erhaschen kann. 1667 wurde auf den Grundmauern einer vorher dort befindlichen Burg ein prächtiges Barockschloss nach dem Geschmack der Zeit errichtet. Die vier in verschiedene Himmelsrichtungen weisenden Türme erinnern an die vier Jahreszeiten, zwölf Kamine symbolisieren die Monate, 52 Türen die Wochen und 365 Fenster die Tage des Jahres. 

Weiter gings gen Serrfeld, auf der höchsten Stelle des Ortes erbauten im Jahr 1040 28 relativ mittellose Kreuzritter eine Fliehburg, um in Notzeiten ihr kostbares Hab und Gut in die Kirchenfestung zu bringen. Als am 10. Juni 1168 das Schloß Bramberg von Kaiser Friedrich Barbarossa zerstört wurde , blieb er für eine Nacht in der Serrfelder Kirchenburg.

Das im nahen Bundorf stehende Schloss besteht aus dem Nordbau, der um 1700 hundert im barocken Baustil entstand und dem Südflügel mit drei Stockwerken. Der Besitzer, Truchsess von Wetzhausen, ließ die Anlage, die ursprünglich als Wasserschloss gedacht war, 1565 nach dem Bürgerkrieg wieder errichten. Seit 700 Jahren nutzt die Adelsfamilie von Wetzhausen das Schloss als Wohnsitz und der „Herr Baron“, wie er in Bundorf genannt wird, „möchte diese Tradition fortsetzen“.

Unweit von Bundorf ist auch seit dem 18. Jahrhundert das Schloss Stöckach zu finden. Schon zu Beginn der Gründung des kleinen Dorfes waren hier Adelsgeschlechter vorhanden, die im Laufe der Jahrhunderte den Besitz immer wieder veräußerten. Während der NS-Zeit wurde Schloss Stöckach als Arbeitsdienstlager für Frauen zweckentfremdet, von 1946 bis 1952 war dort ein Altenheim untergebracht. Danach war das Fränkische Theater im Besitz des Schlosses, bevor es privat verkauft wurde.

Die Burgruine in Dippach umfasst die noch recht gut erhaltene Außenmauer einer kleinen spätmittelalterlichen Dienstmannenburg. In einer solchen Burg lebte kein Adeliger oder selbstständiger Ritter, sondern ein Verwalter des jeweiligen Herrn, ein Dienstmann. Fast alle anderen ähnlich wehrhaften festen Häuser der Gegend wurden im Laufe der Jahrhunderte zu Wasserschlössern ausgebaut oder abgetragen. Nur in Dippach bekommt man noch einen Eindruck von dieser Vorform vieler Schlösser.  

Das Schloss Birkenfeld liegt etwa zwei Kilometer westlich des Marktes Maroldsweisach im Landkreis Haßberge. Die große Gutsanlage gilt als eine der bedeutendsten Schlossanlagen des 18. Jahrhunderts in Unterfranken. Eine Besonderheit stellt die Konzeption als ländliche Villa dar, welche vom Hauptwohngebäude bis zum Landwirtschaftshof in den Jahren 1738 - 1752 einheitlich geplant und umgesetzt wurde.


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