Sonntag, 26. August 2012

.: Rheingold :.

Angesichts der Veränderungen, die in nächster Zeit anstehen, war es nicht verwunderlich, dass wir uns für einen kleinen Wochenendtrip in den Rheingau entschieden. Wir starteten recht zeitig, nach bereits 2 Stunden kamen wir über Wiesbaden an unserem ersten Zwischenstop an: in Eltville (EN/DE), einer  besonders schönen "Perle" des Rheingau und bekannt als die Stadt "des Weines und der Rosen". Vor allem die Kurfürstliche Eltviller Burg mit ihrem begehbaren Turm und der Rosengarten rund um die Burg begeistert nicht nur während der "Rosentage" im Mai gnadenlose Romantiker aus der ganzen Welt. 
Wir verließen Eltville, fast schon vor den Stadttoren liegt das allseits bekannte Kloster Eberbach (EN/DE), eine ehemalige im Jahr 1136 gegründete Zisterzienserabtei. Die weitläufige Anlage mit ihren romanischen und frühgotischen Innenräumen wurde vor einigen Jahren einem weltweiten Publikum als Schauplatz der Verfilmung von Umberto Ecos "Der Name der Rose" bekannt. 
Im Mittelalter betrieb Kloster Eberbach das florierendste Weinhandelsunternehmen der gesamten Welt. Bis heute zeugen die zwölf historischen Weinpressen im Laienrefektorium von den enormen Erträgen der klösterlichen Anbaugebiete. Eberbach ist eine Pilgerstätte von Weinliebhabern aus allen Himmelsrichtungen. Die hier ansässige Weinbruderschaft "Rheingauer Weinkonvent" widmet sich der Verbreitung des Wissens um den Wein; Kellerproben im Cabinet- oder Hospitalkeller werden von der Stiftung Kloster Eberbach angeboten, außerdem finden festliche Weinproben im barocken Refektorium oder im Laiendormitorium aus dem frühen 13. Jahrhundert statt (Quelle: www.rheingau.de). 
Weiter gings danach zum Kloster Johannisberg - von außen schick anzuschauen, reingekommen sind wir allerdings leider nicht. Im gleichen Ort fand sich dann das Schloss Johannisberg. Nach der Säkularisierung durch Kaiser Napoleon und der anschließenden gemeinsamen Verwaltung durch Preußen, Russland und Österreich, gelangte das 1716 erbaute  Schloss 1816 in die Hände des Staatskanzlers des österreichischen Kaisers, Clemens Wenzel Lothar Fürst von Metternich, der damit für seine Verdienste im Wiener Kongress belohnt wurde. 
Nach nur wenigen Kilometern entlang des Rheins erreichten wir schließlich Rüdesheim (EN/DE), eine alte Winzerstadt - schon die Römer trieben hier Weinbau. Das Herz der Rüdesheimer Altstadt: die Drosselgasse, Magnet für Besucher aus allen Kontinenten, Live-Kapellen spielen Unterhaltungs-, Blas- und Tanzmusik vom späten Vormittag bis nach Mitternacht. Doch wir wollten hoch hinaus: Zum in den Jahren zwischen 1877 und 1883 erbauten das Niederwalddenkmal (EN/DE) mit der "Germania". Man wollte mit dem 38 m hohen Monument ein Andenken an den deutsch-französischen Krieg von 1870/71 und die Wiedererrichtung des Deutschen Kaiserreiches schaffen. Um den zahlreichen Besuchern, die das Monument besichtigen wollten, gerecht zu werden, baute man eine Zahnradbahn, die ab 1884, als Vorläufer der heutigen Seilbahn, die Besucher durch die Weinberge zum Denkmal beförderte. 1954 löste die noch heute genutzte  Seilbahn die Zahnradbahn ab. 
Am Denkmal angekommen, waren fast mehr mit dem atemberaubenden Rundumblick von einem der vielen Aussichtspunkte auf den Rhein und die Umgebung beschäftigt. Wir sind dann noch ca. eine Stunde von Fotomitiv zu Fotomotiv getappelt, dann lief unsere Parkuhr ab. Gegen 18.00 Uhr erreichten wir unsere Campingplatz in Geisenheim - recht gepflegt, aber irgenwie schon mitten in der Nachsaison (hä? wir haben doch grad mal August...). Naja - Glück gehabt: wir haben den letzten (und vielleicht einen der besten) Plätze direkt am Rhein erwischt, bevor die Dame an der Rezeption das Gelände verließ. Am Sonntag gings bei etwas regnerischem Wetter zurück - dabei statteten wir Wiesbaden noch einen kurzen Besuch ab.

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