Über einen verpatzten Winter zu meckern, wird allmählich überflüssig - man darf hingegen seit Tagen einen (vielleicht) schon verfrühten Frühling loben... aber warten wir´s ab, es könnte ja auch noch mal -20°C im Mai geben. Wie auch immer... als wir die Wettervorhersage für´s Wochenende lasen, war klar: "wir müssen raus". Es galt nur noch, die Planung mit einer schon feststehenden kleinen
Feierlichkeit am Samstag Abend in Schweinfurt abzustimmen. Die Wahl fiel
auf eine kleine Tour entlang der Romantikstraße (oder auch:
Romantische Straße), die ihren Anfang bei
Würzburg nimmt. Sie führt vom Westen Frankens ins bayerische Schwaben, über ein Stück oberbayerisches Gebit bis zum Alpenrand im Ostallgäu, wieder im Regierungsbezirk Schwaben. Die Straße erstreckt sich dabei über 413 km bis nach Füssen.

Unseren ersten kleinen Stop legten wir in Tauberbischofsheim ein. Wir parkten in der Nähe der Peterskapelle, dem
ältesten Kirchenbau der Stadt. Heute gilt die Peterskapelle als
Kulturdenkmal von besonderer regionaler Bedeutung.
Datiert wird die
Kapelle in die Romanik, um 1250. Von hier aus führte uns der Weg in
die Fußgängerzone und dann recht zügig zum
Kurmainzischen Schloss, in welchem unter anderem das Tauberfränkische Landschaftsmuseum untergebracht ist.
Weiter gings nach
Bad Mergentheim, dessen Geschichte eng mit der des
Deutschen Ordens (auch
Deutschherrenorden) verbunden ist. Unser kleiner Stadtrundgang begann auf dem Marktplatz mit dem markanten
Rathaus im Renaissancestil, welches vom Deutschen Orden zwischen 1562 und 1564 gebaut wurde. In unmittelbarer Nähe zum Rathaus findete sich der 1855 errichtete
Marienbrunnen.

Auf der anderen Seite des Marktes, gegenüber vom Rathaus, findet sich ein anderes Wahrzeichen der Stadt, die sogenannten
Zwillingshäuser. 1780 im frühklassizistischen Stil errichtet, sind die Gebäude
architektonisch nahezu identisch und durch einen Portalbogen miteinander
verbunden. An ihnen ist der damals geltende hohe gestalterische und
städtebauliche Anspruch in der Stadt ablesbar. In fast unmittelbarer Nähe des
Schlosses (heute Sitz des Deutschherrenmuseums) fanden wir dann ein gutes Plätzchen für 'nen Kaffee und etwas süße Sünde mit Schlagssahne.
Gegen 16:00 Uhr brachen wir zur letzten Station unseres Mini-Ausflugs auf, wir fuhren weiter bis nach Weikersheim. Dort waren wir bereits in 2008 schonmal und erinnerten uns, damals schon ein ähnlich schönes Wochenende im März "erwischt" zu haben. Sehenswert (und auch nicht zu übersehen) ist sicher das Schloss Weikersheim.
Imposant und von außergewöhnlicher Ausstrahlung
liegt der große barocke Schloßpark, angelegt im Stile von
Versailles, hinter dem prunkvollen Renaissanceschloß. Am Ende,
das Ziel eines jeden Spazierganges im Park, die Orangerie,
mit herrlichem Blick auf die Steinriegelhänge des Taubertals.
Irgendwie machte uns so ein Tag mit Sonne und frischer Luft dann doch in positiver Weise "zu schaffen" - heißt: wir waren einigermaßen platt. So gesehen mag es zwar ein mieser Winter gewesen sein, aber hatte schlussendlich doch denselben Effekt - er hat müde gemacht... aber das is' jez